«Stabat Mater» & «Confitebor tibi Domine» – G. B. Pergolesi – 2017


 

Pergolesi_16_2017

Wir freuen uns, Sie an unser Konzert von 2017 einladen zu dürfen!

 

«Stabat Mater»

und

Psalm 110 «Confitebor tibi Domine»

von

Giovanni Battista Pergolesi

für Soli, Chor und Orchester

Solisten:     Miriam Feuersinger, Sopran;      ⁄  http://www.miriam-feuersinger.info/_/index.html.html

                   Anja Powischer, Mezzosopran   ⁄  http://powischer.ch/index.php/de/

Orchester:  Schaffhauser Barockensemble  ⁄  http://shbarockensemble.ch/

Sonntag, 19. November 2017

17:00 Uhr

Ref. Kirche Wetzikon

•••

Vorverkauf ab 4. November 2017:

  • Papeterie Köhler, Bahnhofstrasse 152, 8620 Wetzikon / Tel: 042 495 27 27
  • Online:    Bildergebnis für ticketino logo   (Sitzplätze auf dem Saalplan buchen)
  • Nummerierte Plätze zu CHF 60.- / 50.- / 40.-
  • Kinder bis 16 Jahre CHF 10.- Ermässigung
  • Abendkasse ab 16:00 Uhr

 

•••

 

Verehrtes Publikum

Nach Händels Messias und den beiden erfolgreich aufgeführten Passionen von Bach freuen wir uns, Sie zu unserem Konzert eines weiteren Barockmeisters willkommen zu heissen. Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) wurde nur sechsundzwanzig Jahre alt und hatte nach seinem Studium knappe fünf Jahre Zeit, um sein musikalisches Gesamtwerk zu erschaffen, das ihn als herausragenden Meister seiner Epoche auszeichnet. Sein musikalisches Vermächtnis umfasst mehrere Opern, im Bereich der Kirchenmusik vereinzelte Messen und zahlreiche Vespern, aber auch eine stattliche Anzahl von reinen Instrumentalwerken für Orchester oder kammermusikalische Besetzung.

Zu Pergolesis berühmtesten Werken gehört die Oper ,La serva padrona’ und sein letztes Opus, die wohl weltweit wichtigste Textvertonung des ,Stabat mater dolorosa’. In seiner Sakralmusik schuf der Meister eine Verbindung von choralartigen Sätzen mit kontrapunktischen Formen (Fugato, Fugen) und übertrug den Solisten im Gegensatz dazu melodische Geschmeidigkeit, wie sie dem damaligen Opernstil entsprach. Seine für mitteleuropäische Hörgewohnheiten heiteren, manchmal fast tänzerisch oder gar lustig wirkenden Sätze zu traurig bewegten Textinhalten wurden in Mitteleuropa oft kritisiert. Pergolesi war in seiner dramatischen Ausdrucksvielfalt gerade in Vertonungen zu Passionstexten Wegweiser für Rossini (,Petite messe solenelle’) und Verdi (Requiem). Auch der enorme Erfolg dieser romantischen italienischen Komponisten war vor allem im Deutschland des 19. Jahrhunderts mit durch die Oper geprägten Gestaltungselementen suspekt.

Pergolesis ,Stabat mater’ machte bereits zur Zeit seiner Entstehung derart Furore, dass es oft von andern Musikern neu arrangiert, anders instrumentiert oder gar kopiert wurde. Johann Sebastian Bach verwendete die grossartigen Melodien für seine Vertonung des 51. Psalms (,Tilge, Höchster, meine Sünden’) und trug das Werk damit auch in die reformierte Kirche. Mozarts Widersacher Antonio Salieri und Franz Xaver Süssmayer, welcher das Mozartrequiem vollendete sowie später Otto Nicolai, Opern-Komponist der ,Lustigen Weiber von Windsor’, bearbeiteten Pergolesis Werk drastisch! Sie fügten immer mehr Instrumente bis hin zum romantischen Sinfonieorchester hinzu, ergänzten den Frauenchor mit Tenor- und Bassstimmen, änderten die aus ihrer Sicht etwas veralteten Taktarten und griffen mehrmals auch in die originale Harmonik ein!

Diese wechselhafte Rezeptionsgeschichte von Pergolesis ,Stabat mater’ beflügelte uns, mit dem Singkreis eine neue, spannende Version des Werkes zu erarbeiten. Wir wollen als vierstimmiger Gemischt-Chor die Vokalversion der oben erwähnten Romantiker aufführen, jedoch nicht mit der dazu gehörigen orchestralen Grossformation. Uns interessiert es, begleitet mit historischen Instrumenten des Schaffhauser Barockensembles (Konzertmeisterin: Johanna Pfister) den Klang von 1736 zu vermitteln. Dadurch ergibt sich, dass sowohl unsere herausragenden Solistinnen Miriam Feuersinger und Anja Powischer wie auch der Chor in historisch informiertem Ausdruck singen und auf den romantischen Gestus verzichten, wie es sonst zu erwarten wäre. Wir sind überzeugt, dass sich diese künstlerischen Entscheidungen lohnen werden und freuen uns, Ihnen als Kontrast zu diesem hochbedeutenden Werk den Psalm 110 musikalisch zu vermitteln. Wir möchten hörbar machen, wie der Komponist zuerst im ,Stabat mater’ die weit ausufernde Gefühlswelt der Schmerz empfindenden Heiligen Maria darstellt und dann mit ,Confitebor tibi Domine’ einen Lobgesang erschafft, der von grossem Gottvertrauen durchdrungen ist und aufzeigt, mit welcher Kraft der Komponist Freude und religiöse Begeisterung zu gestalten vermag.

Reto E. Fritz

 

 

Giovanni Battista Pergolesi (1710 - 1736)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Giovanni Battista Pergolesi (1710 – 1736)